Syrien 2010

Syrien 2010

Die ersten Etappen sind fast schon Routine, wir holpern durch Tschechien, umfahren die slowakische Autobahn, bringen Ungarn hinter uns und werden südlich von Szeged durch die erste Grenzkontrolle der Reise aufgehalten. Die Abfertigung geht schnell und wir fahren noch einige Stunden durch die serbische Nacht. Erst als die zahlreichen Baustellen im Norden des Landes und die schlafende Hauptstadt Belgrad passiert sind, steuern wir einen Parkplatz an, um ein paar Stunden zu schlafen. Am nächsten Tag geht es gemütlich durch die schöne Landschaft Südserbiens, danach in wenigen Stunden durch Bulgarien. Einzig die Stadtumfahrung Sofia ist völlig überlastet und dadurch etwas anstrengend. Abends erreichen wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die türkische Grenze. Von den vielen Spuren ist nur eine geöffnet, an der wir nicht einmal warten müssen. In der Gegenrichtung ist jedoch die Hölle los. Offensichtlich sind in Mitteleuropa bald die Schulferien zu Ende.

Wenig später haben wir uns, wie schon im letzten Jahr, am Ortseingang von Edirne neben der alten Brücke niedergelassen und gönnen uns in der Stadt ein ordentliches Abendessen im Kebabhaus.

Weiter geht es am nächsten Morgen über die Autobahn durchs flache Thrakien, hinter Istanbul wird die Landschaft bergig und grün, später eintönig und bräunlich. Je weiter wir gen Osten kommen, desto weniger PKW sind unterwegs. Dafür trifft man Lastwagen und Busse gleich kolonnenweise. Bei den unverschämten Benzinpreisen ist das eigentlich auch kein Wunder.

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Anatolien bleibt etwas eintönig, bis wir Kappadokien erreichen. Die Gegend ist berühmt für den Tuffstein, der das Landschaftsbild bestimmt. Dies ist keineswegs nur eine landschaftliche Raffinesse. Von den Menschen wurden die Steine lange Zeit zum Wohnen genutzt, wobei die Behausungen in den Stein hineingehämmert wurden. Heutzutage dienen solche Räume allerdings eher dem Tourismus oder der Einlagerung von Obst und Gemüse.

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Wir steuern Göreme an, das touristische Zentrum der Gegend; oberhalb des Ortes finden wir einen Nachtplatz mit atemberaubender Aussicht über das Tal. Am frühen Morgen schweben unzählige Heißluftballons übers Land, wir beobachten das Schauspiel vom Bett aus.

Der hübsche Ort ist zwar ein touristisches Zentrum, doch keineswegs unangenehm. Man kann ungestört spazieren gehen und im Zentrum existieren neben den Touristenrestaurants noch viele Teehäuser. Ein schöner Ort, um nach der Kilometerfresserei der letzten Tage den ruhigen Teil der Reise einzuläuten. Leider lähmt der Ramadan das öffentliche Leben ziemlich.

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Auch die Orte in der Umgebung sind größtenteils angenehm und die Landschaft drumherum ein Genuss. Nur im Töpferdorf Avanos hat man keine ruhige Minute vor den aufdringlichen Verkäufern. Das kennen wir von der Türkei noch gar nicht. Wir fahren schnell weiter, besuchen noch das Open Air Museum von Zelve und lassen den Tag gemütlich am Wohnwagen ausklingen.

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An unserem Nachtplatz bekommen wir schnell Besuch von Mustafa, der auf der anderen Straßenseite ein Obstlager in Tuffsteinhöhlen leitet und sich dazu noch sein Lemon House, ein kleines Guesthouse inklusive Restaurant, in den Stein gehauen hat. Abends zeigt er uns die Lagerräume, die auch jetzt, zur heißesten Zeit, kühl bleiben. Danach kocht er uns ein hervorragendes Menü. Die ständig umherfahrende Militärpolizei lässt auch nicht lang auf sich warten, macht jedoch gleich wieder kehrt.

Von Kappadokien fahren wir auf direktem Weg zur syrischen Grenze. Zuerst ist es ziemlich zäh, dann schlängelt sich die Straße durch eine schöne, bergige Landschaft. Da uns kein schöner Nachtplatz vor den Kühler kommt, fahren wir bis kurz vor die Grenze und übernachten an einer Tankstelle. Die Tankwarte freuen sich sichtlich über die Abwechslung, wir bekommen einen Platz in der Ecke zugewiesen, die Laternen werden für uns eingeschaltet und es wird etwas zu trinken spendiert. Angenehme Ruhe!

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Am Morgen sind wir schnell am chaotischen Grenzposten bei Öncüpinar. Beim Zoll warte ich in einer Traube Männer lang auf das Ausstempeln des Autos. Man riecht, dass die meisten von ihnen den Ramadan ernster nehmen als das Waschen, immerhin geht alles der Reihe nach. Es gibt irgendwelche Beanstandungen und ich werde ins Gebäude geschickt, wo ich in einem Büro Platz nehmen soll und nicht verstehe, was man von mir will. Dann geht es zum Schalter zurück, dann zu einem Schreibtisch, der leider durch ein Gitter abgesperrt ist, ein Türke nimmt mir den Pass aus der Hand und reicht ihn zusammen mit seinem, laut rufend durch das Gitter. Daraufhin wird eine Tür im Gitter geöffnet, ich folge der Masse und stehe in der nächsten Traube um einen Schreibtisch herum. Der Grenzer, der dahinter sitzt, fragt mich nach dem Carnet für das Auto, was in der Türkei jedoch gar nicht vorgeschrieben ist. Am Ende geht es natürlich auch ohne. Vorsichtig rangiere ich durch die wild durcheinander geparkten Autos, ein türkischer Familienkombi versperrt die Straße. Doch das Problem ist schnell gelöst, denn der alte Mann auf der Rückbank gibt zu verstehen, dass ich den Wagen einfach selbst wegfahren soll.

Beim Überfahren der Grenzlinie hören wir zum ersten Mal einen in Syrien oft gehörten Satz: „Welcome to Syria!“

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Wenige Momente später stehen wir auf dem syrischen Zollhof und sind auf einiges gefasst. Wider Erwarten stürzen sich jedoch keine Schlepper auf uns, bei der Passkontrolle werden wir vorgelassen und nachdem ich dem netten Polizisten unsere Reiseroute erklärt habe, sind wir schnell eingestempelt. Nun müssen wir noch das Auto ins Land bekommen, der Einweiser – es gibt tatsächlich einen – weist den Weg zum richtigen Büdchen. Der Zöllner schreibt etwas auf und schickt uns zur Bank, dort erhalten wir für 145 $ zwei Geldbündel, das eine ist für den Versicherungsagenten nebenan, das andere für den Zoll. Das Ganze ist recht schnell erledigt, die Fahrzeugkontrolle verläuft auch nur sehr oberflächlich. Das ist mir ganz recht, denn das in Syrien verbotene GPS habe ich nicht sonderlich gut versteckt. Am Ausfahrtstor werden wir jedoch nicht durchgelassen, denn es fehlt ein Stempel. Ich lasse das Problem auf Arabisch aufschreiben und der  Herr des Tores hält ein Auto an, das mich mitnehmen soll. Der Fahrer sorgt sogar noch dafür, dass ich ins richtige Büro gehe. Auf dem Rückweg hält gleich das erste Auto und nimmt mich mit – kurz darauf sind wir schon mitten in Syrien. Der Unterschied zum Nachbarland ist sofort nach dem Grenzübertritt spürbar. Ortsbild und Flair sind vollkommen anders. Im ersten Städtchen gehen wir erstmal etwas spazieren und werden gleich angesprochen – von einem Ladenbesitzer, der einfach wissen möchte, wer wir sind.

In gemütlichem Tempo geht es weiter zum Simeonskloster, das zu Ehren des Simeon, dem ersten christlichen Säulenheiligen gebaut wurde. Er verbrachte hier mehr als 30 Jahre seines Lebens auf einer Säule, von der noch heute ein Überrest zu sehen ist. Für den Laien bietet die Klosteranlage einen herrlichen Ausblick. Nach der Besichtigung kochen wir uns etwas zum Abendbrot und übernachten auf dem Klosterhügel.

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Vom Kloster ist es nur noch ein Katzensprung nach Aleppo, wo wir uns auf einem Campingplatz außerhalb der Stadt niederlassen. Später fahren wir mit dem Auto in die Stadt. Es ist Feiertag und Ramadan – für das Leben in einer Stadt eine geradezu tödliche Mischung. Die Straßen sind wie leergefegt, der große Basar ist geschlossen. Dinge, wie Cafés und Parks, die eine Stadt nach unserem Verständnis erst richtig lebenswert machen, fehlen leider fast vollkommen, erst im armenischen Viertel werden wir fündig.

Dort gönnen wir uns ein Abendessen in einem der Restaurants mit Dachterrasse.

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Auch wenn der Stadt die Gemütlichkeit fehlt, wollen wir sie zumindest noch geschäftig sehen und bleiben noch einen Tag. Das Auto bleibt auf dem Campingplatz, denn der Minibus vom Campingplatz in die Stadt ist günstiger als ein Parkplatz für eine Stunde, auch Taxen sind sehr preiswert. Bei den Taxifahrern stoßen wir auf ein bisher ungekanntes Problem: Die meisten Fahrer kennen sich in der Stadt nicht aus. Selbst als wir einem Fahrer den Wegweiser zum Ziel zeigen, fährt er kreuz und quer weiter. Der einzige Taxifahrer, der Englisch spricht ist auch gleichzeitig der Einzige, der einen überhöhten Preis fordert. Ohne guten Stadtplan oder GPS ist das Ankommen am Ziel reine Glückssache.

Am Werktag pulsiert das Leben in der Stadt, als erstes zieht es uns auf die Märkte, wo fleißig für das abendliche Fastenbrechen eingekauft wird. Souvenirstände gibt es keine, stattdessen bergeweise Hackfleisch, Gewürze und alles, was man noch für das tägliche Leben benötigt.

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Von Aleppo geht es weiter gen Osten, über flaches Land und durch riesige bewässerte Felder. Das  Autothermometer bleibt bei 40,0°C stehen, wahrscheinlich kann es gar nicht mehr anzeigen, die Motortemperatur ist jedoch glücklicherweise nur ein wenig höher als sonst. In einer Kleinstadt kaufen wir ein, bekommen einen Discount weil wir gleich mehrere Pakete Wasser einpacken, danach eine Wassermelone von einem riesigen Berg geschenkt – normalerweise hätte sie umgerechnet etwa 30 Cent gekostet.

Mitten im Nichts stoßen wir auf den Assaad Stausee, ein kleines Meer in der Wüste. Nachdem wir die schwerbewachte Staumauer überfahren haben, fahren wir zur Qalaat Jaabar, einer aus Ziegeln errichteten Burg, die sich auf einer Insel im Stausee befindet und über einen Damm erreichbar ist.

Historisch ist die Burg etwas unergiebig, denn es ist ungeklärt, welchem Zweck sie einmal dienen sollte. Abgesehen von den Mauern ist auch nicht viel erhalten, im Grunde sieht sie aus der Entfernung am schönsten aus. Wie auch immer, der Ort ist genial und wir entscheiden uns, nahe der Burg zu übernachten. Vor dem Abendessen baden wir noch gemeinsam mit einem türkisch-französischen Paar im See. Die beiden haben sich vorgenommen, den Nahen Osten in nur wenigen Tagen zu bereisen und als wir aus dem Wasser kommen, wartet schon das Taxi zum nächsten Ziel.

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Den nächsten Vormittag verbringen wir noch lesend und dösend vor der Burg, eine syrische Familie, die anscheinend genug vom Ramadan hat, gesellt sich dazu, der Sohn kommt vorbei, um Zucker mit Tee auf unserem Gaskocher zu kochen. Später steht die Sonne hoch, der Schatten des Wohnwagens wird zu klein und wir machen uns lieber wieder auf den Weg. Es geht nun am Euphrat entlang, eine eindrucksvolle Strecke, denn während man in dem saftig grünen Gürtel fährt, der sich beidseitig entlang des Flusses erstreckt, hat man gleichzeitig Aussicht auf die Wüste, die abrupt an einer Felskante beginnt.

Durch viele kleine Dörfer fahren wir nach Halabiya, einer Zwillingsburg direkt am Euphrat. Der Ruinenwächter kassiert das Eintrittsgeld und heißt uns willkommen, wenn wir möchten, dürfen wir auch gern über Nacht bleiben. Angesichts des schönen Platzes richten wir uns an der Burgmauer mit Blick auf den Euphrat und den Wüstenrand ein. So lässt es sich aushalten. In der Dämmerung kommt noch ein Polizist vom Posten an der nahegelegenen Schwimmbrücke. Er betont, wir seien willkommen und notiert sich Autokennzeichen und das Modell.

Am Morgen werden wir durch die Abfahrt eines Reisebusses geweckt. Ob er bei seiner Ankunft leiser war oder ob wir zu fest schliefen? Auf jeden Fall scheinen die meisten Reisegruppen verdammt früh auf den Beinen zu sein.

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Unser nächstes Ziel ist Deir-Ezzor, als Perle der Wüste beschrieben, bunt und quirlig, aber ebenso dreckig. „Perle“ ist schon etwas übertrieben. Hauptattraktion des Ortes ist eine Hängebrücke über den Euphrat, die noch aus französischer Zeit stammt. Ansonsten kann man durch die belebten  Straßen schlendern. Fast in der gesamten Innenstadt findet ein Markt statt, der die Straßenränder säumt. Dazwischen Fußgänger, Pferdefuhrwerke, Lieferwagen, viele Taxis und an diesem Tag auch ein Wohnwagengespann aus Deutschland.

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Die Straße nach Palmyra führt mitten durch die Wüste, erst durch eine Einöde, dann durch eindrucksvolle Wüstenlandschaften. Als Fahrer ist die stupide Geradeausfahrt etwas ermüdend. Tot ist die Wüste jedoch keineswegs, überall wachsen kleine Dornenbüsche und zwischendurch sieht man mitten im Nichts Menschen oder kleine Siedlungen. Am Abzweig zum Qasr Al-Heer Al Sharki fahren wir von der Straße ab und landen in einem Wirrwarr aus Pisten. Nach ein paar Kilometern fahren wir lieber zur Hauptstraße zurück und stoßen ein paar hundert Meter weiter auf eine Asphaltstraße, die nur noch durch zwei kurze geschotterte Passagen unterbrochen wird. Kurz darauf stehen wir vor dem alten Lustschloss mitten in der Wüste. Mit dem imposanten Eingangstor haben wir wieder einmal nach kürzester Zeit das Wesentliche der Anlage gesehen. Wer nicht mindestens Hobbyarchäologe ist, könnte von vielen Altertümern Syriens etwas enttäuscht sein. Wir richten uns an der Schlossmauer für die Nacht ein, leider hat einer der Wohnwagenreifen, seine Produktionsjahr war schon nicht mehr lesbar, den Pistenausflug nicht überstanden – die Karkasse guckt raus. Ersatz ist schnell montiert und wir genießen den Sonnenuntergang und Nacht in der Wüste.

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Palmyra ist einer der wenigen Orte in Syrien, der von Touristenscharen besucht wird. Wir fahren hinauf zur Zitadelle und stellen den Wohnwagen auf dem leeren Parkplatz ab – ein Logenplatz mit Blick auf die Stadt und die historischen Bauten. Die meisten Besucher fahren lieber ganz hinauf und parken kreuz und quer vor dem Eingang, wodurch unser Platz sogar ruhig bleibt.

Nachdem wir durch den Baal Tempel und die Kolonnadenstraße spaziert sind, besichtigen wir den Rest der Gegend lieber mit dem Auto, denn das Thermometer zeigt wieder genau 40,0°C.

Während die Souvenirhändler in den antiken Anlagen noch recht unaufdringlich waren, sitzen später im Traveller-Restaurant am Tisch einer alleinreisenden Frau schon zwei einheimische Männer und machen ihr mehr oder weniger schöne Augen. Stefanie passierte das einmal in der Türkei, als ich gerade kurz abwesend war, der Störenfried wurde sofort vom Kellner auf die Straße gesetzt. Hier haben die Umgangsformen wohl schon etwas gelitten.

Das Fastenbrechen erweckt den Ort zum Leben, die Straßen sind plötzlich gut gefüllt, insbesondere viele Frauen haben gute Kleider an. Wir setzen uns in eine kleine Pinte und bekommen frisches vom Grill.

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Auf dem Weg nach Damaskus stoßen wir auf die Straße nach Baghdad, nach einem schläfrigen Polizeiposten kommt das unter Syrienfahrern legendäre Café Baghdad in Sicht, in kurzen Abständen noch ein paar weitere. Der Name scheint sich gut zu verkaufen. Vor Damaskus wird wie erwartet der Verkehr dicht. Entlang der Autobahn reihen sich die Niederlassungen aller erdenklicher Automarken aneinander. Viele Namen lesen wir zum ersten Mal.  Bevor wir ins urbane Chaos eintauchen, finden wir jedoch den Campingplatz, der in seiner ärmlichen Nachbarschaft wie eine grüne Oase wirkt. Die Anfahrt führte durch eine belebte Marktstraße – ein unterhaltsames Erlebnis, wenn man nicht an seinen Außenspiegeln hängt. Außer uns ist nur eine englische Reisegruppe auf dem Platz die auf einem LKW mit durchsichtiger Plane reist.

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Die Taxifahrt in die Innenstadt gestaltet sich auch ohne das eigene Auto etwas kompliziert. Der erste Fahrer fährt ein kleines Stück, meint dann, wir sollen bei einem Kollegen weiterfahren, der jedoch keine Lust hat; ein Kleinbusfahrer hält an und bietet die Fahrt für „Ten Dollar, Mister“ an. Am Ende fahren wir in einem kleinen Taxi für umgerechnet 3$, ein Drittel davon ist bereits Trinkgeld.

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Das Stadtzentrum gefällt uns auf Anhieb. Die Souks empfinden wir wesentlich schöner als die vielgepriesenen Aleppiner. Hat man genug vom arabischen, kann man ein paar hundert Meter weiter ins christliche Viertel spazieren, wobei man sich jedoch schnell in den vielen hübschen Gassen verläuft. Man erlebt auf dem Spaziergang ziemliche Gegensätze, plötzlich überwiegen unverschleierte Frauen, man kommt vorbei an armenischen Kirchen und an Läden, die überwiegend Schnaps verkaufen. Hoffentlich bleibt es bei dieser Koexistenz.

Am Abend soll das Taxi plötzlich teurer sein, da jedoch alle Fahrer exakt das Gleiche verlangen, zahlen wir –  ist ja auch verständlich, dass es nachts teurer ist, wenn die Fahrer für die Rückfahrt kaum Fahrgäste finden.

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Morgens schallen aggressiv klingende Predigten von den Minaretten, der Ramadan ist vorbei. In solchen Momenten weiß man die deutschen Kirchen zu schätzen, die bimmeln wenigstens nur mal kurz. Wir räumen unsere Sachen etwas auf und waschen, auch die Engländer sind den ganzen Tag am Rotieren. Am längsten sind sie mit dem Kochen beschäftigt. Ob sie den leckeren Falafel im Fladenbrot für 20 Cent, den es in der Innenstadt an jeder Ecke gibt, überhaupt kennen?

Die Autobahn gen Norden steigt stark an, windschiefe Bäume am Straßenrand zeugen davon, dass es hier kein leichtes Leben ist. In vielen kleineren Orten sehen wir, dass sich das Zuckerfest in einer Sache nicht von deutschen Feiertagen unterscheidet: viele Leute wissen nichts mit sich anzufangen. Kinder rennen mit Spielzeugwaffen durch die Gegend und zielen auf alles, was sich bewegt, andere fahren mit Mopeds spazieren. Ein paar Kinder sehen wir sogar mit Autos herumfahren. Keine sonderlich angenehme Stimmung. Auch an der alten Kreuzritterburg Krak des Chevaliers ist die Hölle los. Jetzt ist das Gewühle eine angenehme Abwechslung, denn bei den anderen Sehenswürdigkeiten waren wir bisher fast die einzigen Besucher. Die Burg ist ein imposantes und gut erhaltenes Bauwerk, von ihren Mauern aus kann man bis in den Libanon blicken.

Auf dem Parkplatz vor der Burg ist abends viel los, als in unserer Nähe Feuer gemacht wird, der Rauch bei uns hereinzieht und Böller gezündet werden, ziehen wir auf einen Parkplatz ohne Aussicht um. Das war keine schlechte Entscheidung, denn am folgenden Morgen ist der gesamte Parkplatz mit Reisebussen überfüllt.

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Wir wollen nun über die Dörfer in Richtung Norden fahren. Die Strecke ist hübsch und führt durch eine christlich geprägte Gegend. Schmale Straßen machen die Fahrt jedoch etwas mühsam. In einer Kurve achte ich kurz nicht aufs fehlende Bankett und der Anhänger rutscht von der Teerkante ab. Sofort kommen einige Männer zur Hilfe. Sie meinen, ich sollte doch einfach einen Stein vor das Rad legen und ordentlich Gas geben, da jedoch der Stoßdämpfer auf dem Asphalt aufsitzt, möchte ich den Wagen lieber mithilfe von Wagenheber und einiger Steine wieder auf die Höhe der Straße bringen um dann vorsichtig anzufahren. Das leuchtet den Männern ebenso ein. Schnell haben wir unter dem Reifen genügend Steine aufgestapelt und ich ziehe den Wagen zurück auf die Straße. Stefanie hält derweil die Männer davon ab, gegen Fenster und Türen zu drücken. Der Wohnwagen ist nun mal aus Plastik und geht schnell kaputt, wenn man ihn an der falschen Stelle zu hart anfasst.

Gemütlich geht es weiter durch die Berge, zum Glück wird auch nach einiger Zeit die Straße breiter und wir erreichen die Ruinenstadt Apamea. Dort stellen wir den Wohnwagen an der Stadtmauer mit Blick auf einen Stausee ab und gehen in der riesigen Anlage spazieren, es ist imposant die alte Kolonnadenstraße entlangzugehen und doch sind es für den Laien im Endeffekt wieder nur Steine. Es sind einige Händler auf dem Gelände unterwegs, die unser Nein akzeptieren, zwei Deutsche haben allerdings Interesse gezeigt und haben nun keine ruhige Minute mehr. Später besichtigen wir noch die Zitadelle von Apamea, die bis heute bewohnt ist. Ihre Hänge sind lückenlos mit Müll bedeckt, oben finden wir eine urige, aber etwas heruntergekommene Siedlung, anlässlich des Zuckerfestes sind sogar kleine Fahrgeschäfte aufgebaut.

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Abends bekommen wir am Wohnwagen Besuch von einer Gruppe Jugendlicher mit ihren Mopeds. Sie wollten nur mal sehen, wer wir sind uns sich mit uns fotografieren. Als wir gerade schlafengehen wollen, höre ich draußen Geräusche und treffe beim Nachsehen auf die Ruinenwächter. Die beiden wollen, dass wir einen anderen Platz zum Übernachten anfahren, es wird nicht ganz klar, ob es verboten ist, oder ob sie einen Platz in der Ruinenstadt für sicherer und ruhiger halten. Wir haben jedenfalls keine Lust, im Stockfinsteren den Anhänger anzukuppeln und ein anderes ebenes Plätzchen zu suchen. Am Ende dürfen wir doch bleiben.

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Von der Mittelmeerküste trennt uns noch eine grüne Bergkette, die wir auf einer kurvigen Straße überfahren. In Lattakia suchen wir die herrlichen Strände nördlich der Stadt, von denen der Reiseführer spricht und stoßen erst auf Hotelkomplexe und danach auf jede Menge Müll, zwischen dem Leute in der Sonne sitzen oder baden. Wir gehen in die Stadt, die zwar nichts Spektakuläres zu bieten hat, aber ein idealer Ort ist, um sich etwas treiben zu lassen. Nicht so konservativ wie Aleppo, nicht so voll wie Damaskus. Am Abend beschließen wir in einem sündhaft teuren Fischrestaurant, am nächsten Tag wieder in die Türkei zu fahren.

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Der Grenzübergang liegt zwischen grünen Bergen. Zum ersten Mal auf dieser Reise regnet es. Die Zollabfertigung ist unkompliziert, ich muss noch etwas Geld tauschen, um Formulare zu kaufen, die die Beamten dann für mich ausfüllen, was die arabischen Reisenden selbst machen müssen. Das Problem wartet am türkischen Zoll, wo es wieder einmal Probleme mit der Fahrzeugregistrierung gibt. Nachdem für eine halbe Stunde der Strom ausgefallen war, scheint immer noch keine Lösung gefunden. Der Zöllner schimpft vor sich hin und schlägt mit der Faust auf meine Papiere. Da dies keine Lösung bringt, legt er sie einfach beiseite. Auf meine Frage, wann ich denn nun weiterfahren kann, bekomme ich nur „Wait!“ als Antwort, außerdem soll ich mein Auto woanders abstellen. Ich entgegne, dass ich gern ganz wegfahre, wenn endlich mein Pass gestempelt wird. Nach insgesamt drei Stunden beschwere ich mich im Grenzgebäude. Nachdem ich mich wieder nicht mit der Antwort „Please wait“ zufrieden gegeben habe, kommen gleich vier Leute mit mir mit und wir gehen gemeinsam in die kleine Abfertigungsbude. Draußen geht es noch enger zu als drinnen, denn vor der Scheibe drängen sich viele Wartende um die kleine Durchreiche für die Papiere, was von drinnen ein bizarres Bild abgibt. Nun erfahren wir das Problem: Bei der Ausreise wurde der Anhänger nicht aus dem Computer gelöscht, nun ist die Eintragung der Einfuhr nicht ohne weiteres möglich. Wir bekommen nun im Bürogebäude einen Sitzplatz angeboten und zwei Frauen stellen Gebäck und Getränke hin, eine Viertelstunde später kommt einer der Zöllner mit meinen Papieren zu uns und wünscht gute Reise. Vielen Dank!

Sofort sind wir zurück in der türkischen Welt, in der uns die hübsche Stadt Hatay nach dem Syrienausflug besonders modern und sauber vorkommt. Später fahren wir auf die Autobahn Richtung Mersin. Kurz vor der Stadt finden wir einen netten Platz am Wasser. Am Strand haben sich einige Leute in Hütten eingerichtet. Wahrscheinlich arbeiten sie auf einer der vielen Plantagen. Ein älterer Mann, der sich einen regelrechten kleinen Hüttenhof gebaut hat, ist über unseren Besuch ganz aus dem Häuschen und bietet uns seine Toilette und ein paar Sitzmöbel an.

Mersin gefällt uns gleich. Wir lassen uns über die lange Promenade und durch die vielen Geschäftsstraßen der Innenstadt treiben. Da nun keiner mehr fastet, sind die zahlreichen Imbisse, Cafés und Restaurants geöffnet.

Weiter geht es an der felsigen Küste entlang, viele Dörfer sind in Lücken in den Felsen gebaut. Die meiste Zeit fahren wir noch auf der schmalen und kurvigen alten Straße, Teile der neuen Schnellstraße sind jedoch schon fertig. Tourismus sucht man in dieser Gegend vergeblich, stattdessen prägen Plantagen und Gewächshäuser das Bild. Viele Erzeugnisse von hier werden in Kappadokien eingelagert und warten in den Tuffsteinen auf den Verkauf.

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In Anamur erreichen wir den südlichsten Punkt Anatoliens. Am nördlichen Pendant, das wir im vergangenen Jahr besucht hatten, steht ein Leuchtturm, hier gibt es das Anemurion, eine Ruinenstätte, zu sehen.

Übernachtungsplätze zu finden, stellt in der Gegend absolut kein Problem dar. Wenn sich die Straße nicht gerade zwischen Felsen windet, gibt es fast überall Plätze, mit etwas Glück sogar sehr schöne. Auch in Gaziapasa stehen wir wieder direkt am Wasser. Der Nachteil an den schönsten Plätzen ist, dass sie auch bei Nachtschwärmern beliebt sind – es kann passieren, dass man von Musikanlagen wachgehalten wird. Doch auch die Freunde der Parkplatzdisco gehen früher oder später schlafen.

In dem Ort leben viele Deutsche, was jedoch nicht zum Nachteil des türkischen Lebens zu sein scheint. Anders sieht das in Alanya und Antalya aus, die wir auf der nächsten Etappe hinter uns bringen müssen. Es ist, als würde man kurzzeitig die Türkei verlassen, denn plötzlich ändert sich das Ortsbild schlagartig. Statt verträumter Städtchen reiht sich entlang der Straße Hotel an Hotel. Zwischen den Anlagen und dem Strand läuft die vier bis sechsspurige Hauptstraße. Die Durchfahrt ist ganz schön anstrengend und hinter Antalya wird es zum Glück schnell wieder ruhiger. Für die Nacht schlagen wir den kurvigen Weg nach Cirali ein und schlafen auf einem Parkplatz am Strand. In dem Dorf gibt es zwar auch mehr Pensionen und Restaurants als Wohnhäuser, doch handelt es sich dabei überwiegend um Familienunternehmen. Schade nur, dass das Essen auch hier etwas an den europäischen Geschmack angepasst ist. Der Ort war eine gute Wahl, wir machen eine kleine nächtliche Wanderung nach Chimaera, wo Gas aus dem Felsen austritt und wie in vielen Lagerfeuern abbrennt. In Laufweite liegt auch das antike Olympos. Die Anlage liegt direkt zwischen dem Strand und einem Backpackerdorf. Ein Publikum, wie man es von Südseeinseln kennt.

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Die Fahrt an der Küste entlang ist nun wieder gemütlich, in Kas suchen wir vergeblich nach einem schönen Stellplatz und baden einfach nur. Derweil regt sich ein alter Mann mit Tennissocken und Anglerhut über unsere Kennzeichen auf, es sind Duplikate ohne Plaketten. Leider sind wir gerade im Wasser während er eifrig an unsere Tür klopft. Einige Kurven später sind wir in Kalkan, einem Ort mit Chic und sehr vielen Engländern. Ein Stück Brachland am Hafen mit Blick über den Ort ist ein idealer Stellplatz, im Ort steht vor jedem Geschäft ein Anquatscher, manche von ihnen kommen sogar ans Auto. Die meisten der Besucher werden wohl denken, dies sei in der Türkei normal. Immerhin sind die meisten Geschäfte und Restaurants auf Edles spezialisiert.

Am Morgen kommt die Militärpolizei vorbei und fotografiert uns beim Frühstück, wenig später kommt ein Mann mit Moped, der sich immer dann mit seinem Handy beschäftigt, wenn wir zu ihm herüberschauen, als wir wegfahren, nimmt er zufällig den gleichen Weg.

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Die nächsten Tage verbringen wir auf der Datca Halbinsel. In den ersten Orten trifft man noch auf einige Jeep Safaris, dann ist man ziemlich allein auf der kurvigen Straße. Es geht durch herrliche Landschaft, nahe Datca-Stadt stellen wir uns an den Strand. Die Stadt ist zu dieser Zeit sehr ruhig. Direkt nebenan hat man eine Muster-Altstadt mit traditionellen Häusern und Souvenirshops errichtet.

Mit Lust auf etwas Stadtluft fahren wir weiter nach Mugla, wo wir uns gleich wohlfühlen. Es ist eine Universitätsstadt, die unzähligen Cafés sind voller junger Leute, mittendrin findet man eine Altstadt mit engen Straßen und rumpeligen kleinen Läden. Abends entschließen wir uns leider zur Weiterfahrt und wollen uns nach Einbruch der Dunkelheit an einer Nebenstraße die Nacht verbringen. Ein Mopedfahrer fährt mehrfach vorbei und mustert uns, das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, doch es werden immer mehr, die sich nicht weit von uns schließlich sammeln. Die Situation wirkt zwar nicht gefährlich, doch fahren wir dennoch lieber weiter als Böller gezündet werden. Mit uns fahren auch die Mopedfahrer weiter. In der Dunkelheit ist die Nachtplatzsuche immer etwas schwierig, also fahren wir kurzerhand bis zur Autobahn und übernachten auf einem Rasthof. Die türkischen Rasthöfe sind zwar wirklich nicht schlecht, doch wäre sicher ein Parkplatz in Mugla die bessere Wahl gewesen.

Am nächsten Morgen versuchen wir an der großen Mautstation bei Izmir unsere Mautkarte loszuwerden, die wir an der Bosporusbrücke mit viel zu viel Guthaben bestücken mussten. Schon vorher hatten wir es bei Banken und Mautbüros versucht und wurden von einem zum anderen und wieder zurück geschickt. Hier wird auch schnell klar, dass es keine Auszahlung geben wird, doch die Männer haben eine andere Lösung parat: Sie fragen herum, wer eine Karte für 3-Achser benötigt, ein Lastwagenfahrer  zeigt Interesse und holt ein Päckchen Euroscheine aus dem Portemonnaie. Wir einigen uns auf 25€ – damit ist die Karte mit wenig Verlust verkauft, wir fahren weiter, ehe er es sich anders überlegt. Für die restliche Fahrt durch die Türkei wird keine Maut fällig. Kurz bevor wir auf die Zitadelle von Pergamon herauffahren, kuppeln wir den Anhänger ab, wobei wir Besuch von einem Esel bekommen. Es ist auffällig, dass die Esel im Nahen Osten wesentlich gepflegter sind als in Nordafrika. Ein leichtes Leben haben sie sicher dennoch nicht.

Pergamon besichtigen wir zusammen mit Scharen von Kreuzfahrern. Die Anlage ist imposant und bietet – wie sollte es auch anders sein – wieder einen herrlichen Ausblick. Die Andenkenverkäufer scheinen ihren Beruf zu beherrschen, erkennen mein Desinteresse und konzentrieren sich auf die Rentner. Als wir wieder beim Auto sind, muss ich mich sehr beherrschen, nicht ausfallend zu werden: in der Zwischenzeit hat es jemand mit wenig Wasser und viel Kraft gewaschen, die Wischbewegungen verzieren nun den Lack der Motorhaube. Der Wäscher versteht natürlich die Welt nicht mehr, doch soll ich ihn für die Kratzer noch belohnen? Sicher nicht.

Der Ort Bergama, der sich unterhalb der Ruinenstätte befindet, ist ganz angenehm, die Besuchermassen durchfahren den Ort, und wäre nicht der nicht abreißende Stau auf der Hauptstraße, wäre es eine ganz normale türkische Kleinstadt.

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Auch am Mittelmeer liegt der Sommer deutlich in den letzten Zügen. Beim Spaziergang durch Canakkale geht es nicht mehr ohne Pullover. Dafür bekommen wir wider Erwarten keine hässliche Hafenstadt zu sehen, sondern ein hübsches und gepflegtes Städtchen mit Uferpromenade und Blick auf die Dardanellen – eine sowohl geschichtsträchtige als auch landschaftlich schöne Meerenge. Nach dem Abendessen setzen wir nach Europa über und übernachten an einer Tankstelle. Am Morgen stellt sich heraus, dass wir quasi direkt am Ufer gestanden haben, eindeutig die schönste Tankstelle der Reise. Nach dem Einkaufen fahren wir direkt zur Grenze. Auf türkischer Seite geht alles ganz zügig, über die schwerbewachte Grenzbrücke fahren wir nach Griechenland, wo uns gleich zwei eifrige Zollbeamte empfangen. Einer versucht erfolglos die Rückbank umzuklappen, während der andere in den Pässen blättert. „Aus Syrien? Parken Sie da hinten, ich will etwas nachsehen, ich behalte Ihren Reisepass!“ Wenig später kommt er mit Werkzeug zum Parkplatz und setzt am Wohnwagen die Nietenzange an. „Vertrauen Sie mir, ich mache diese Arbeit schon lang!“ Es ist nicht einfach ihm klarzumachen, dass er gerade versucht eine Schraube herauszureißen und sich unter der Bodenplatte auch kein Hohlraum, sondern direkt die Straße befindet. Immerhin begründet er den Zirkus noch: Viele Syrienreisende schmuggeln Drogen und Drogenhunde sind eigentlich nur Spaß, weil sie viel zu unzuverlässig sind.

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Die griechische Autobahn ist glatt und leer. Die Orte auf dem Weg wirken ebenso ausgestorben, Geschäfte sind geschlossen, dafür herrscht in den Cafés Hochbetrieb. Auf der Autobahn sehen wir noch eine kilometerlange Schlange streikender Lastwagenfahrer. Clichés werden wahr. Die Nacht verbringen wir in einem kleinen Ort am Wasser, der schon mit dem Winterschlaf begonnen hat. Am nächsten Morgen ringen wir uns frierend zu einem letzten Bad im Mittelmeer durch, wir werden es vermissen.

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Es geht gen Norden und damit gen Heimat. Am Nachmittag sehen wir uns noch Skopje an. Bisher waren wir immer um die Stadt herumgefahren, doch ein Besuch lohnt sich sehr. Die schöne Altstadt versprüht orientalisches Flair, während sich in der Neustadt zwischen den Betonbauten moderne Flaniermeilen entwickelt haben.

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Unser Parkplatz in Skopje ist leider etwas zu laut für die Nacht, also fahren wir einfach noch etwas und übernachten kurz nach der serbischen Grenze nahe der Autobahn. Die Nacht wird kalt und am Morgen entschließen wir uns frierend, bis nach Hause durchzufahren. Wir kommen zügig voran, an der ungarischen Grenze sorgt ein lustiges Team mit EU-Armbinden für gute Unterhaltung, nach 15 Stunden Fahrt sind wir wieder in Dresden.

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