Marokko 2009

Unsere allererste Wohnwagenreise – nach Marokko

Die Idee:

Dieses Jahr wollten wir mit dem Auto im März dem Winter davonfahren. Nach längerem Hin- und her kamen wir über Albanien, Griechenland und die Türkei auf Marokko als unser nächstes Reiseziel.Kaum hatten wir uns entschieden, kamen auch schon die Unkenrufe – mehrere Bekannte warnten uns regelrecht vor dieser Reise. Es war die Rede von gefährlichen Drogenhändlern, Dieben und vor allem von mörderischen Steigungen, an denen mir bestimmt das Auto verrecken würde.
Trotzdem wollten wir dieses Land unbedingt selbst in Augenschein nehmen, notfalls eben wieder nach Spanien übersetzen und uns im eben dort herumtreiben.
Die Reise nach Marokko wurde eine Überraschung – eine sehr positive Überraschung.

Abfahrt:

Losgehen sollte es an einem kalten Morgen um Punkt 4 Uhr, doch machten uns einige technische Unpäßlichkeiten einen Strich durch die Rechnung. Die Wohnwagengardinen waren bei der zweiten Wäsche eingegangen und nun unbrauchbar, das PKW Ladekabel vom Navi gab spontan seinen Geist auf. Um 5 Uhr nachmittags waren dann neue Gardinen geschneidert, das Navi hing an einer improvisierten Ladevorrichtung und alles andere hatte einen Platz gefunden. Die Rückbank lag voll mit Reservereifen, der Kofferraum sollte als Ablage für sperrige Dinge dienen, die wir im Wohnwagen gerade nicht benötigen.
Vor der Abfahrt gönnten wir uns noch einen Döner, quetschten das Gespann durch enge Wohnstraßen und fuhren auf die Autobahn. Mit voll beladenem Hänger merken wir jede Steigung deutlich, ich quäle das Auto wohl etwas zu sehr und lande bei einem Verbrauch von etwa 15 Litern Autogas pro 100km und nehme mir vor, den Gasfuß fortan etwas ruhiger zu halten.
Spät abends parken wir auf einem Rastplatz bei Freiburg und verbringen die allererste Nacht in unserem Reisehäuschen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist die Nacht leider nicht gerade angenehm. Die unisolierten Wände sind am nächsten Morgen klatschnaß und uns ordentlich kalt.

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Weiter geht es über die französische Grenze, dann durch viele hübsche kleine Dörfer im Elsaß. Die Mautprellerei kostet zwar jede Menge Zeit, doch ist der Anreiseweg fester Bestandteil der Reise, den es ebenso auszukosten gilt. Bei Clermont-Ferrand steuern wir einen Rastplatz an und verbringen eine schon etwas wärmere Nacht.
Nach dem Frühstück mit frischem Baguette geht es weiter und wir freuen uns, nicht schon am Abend weitergefahren zu sein. Die Landschaft ist toll und sie zu verpassen wäre schade gewesen, denn die in Clermont-Ferrand beginnende kostenlose A75 führt direkt über das Massif Central und wir genießen die Aussicht. Auf längeren Gefällstrecken reize ich die in Frankreich zulässigen 130 km/h aus – der Hänger bleibt auch bei dieser Geschwindigkeit sicher in der Spur.
Nahe der Mittelmeerküste fahren wir unter dem strengen Blicken der sich sonnenden Polizisten nach Spanien hinein. Leider kommen wir nicht um noch eine Zwischenübernachtung herum, denn die Augen fallen einfach zu.
Von der Landschaft in Zentralspanien sind wir enttäuscht, sie ist eintönig und farblos, umso angenehmer wird die spätere Fahrt durch die andalusischen Berge. Vor dem mehrfach empfohlenen Ticketbüro in Algeciras, das schon in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt, verbringen wir eine zweite spanische Nacht. Am nächsten Morgen ist das Ticket schnell gekauft, im Hafen werden wir sofort auf das Schiff gelotst und setzen nach Ceuta über.

Die spanische Exklave Ceuta ist ein Zipfel Spanien auf dem afrikanischen Kontinent. Die engen Straßen der Stadt platzen aus allen Nähten, der erhebliche Anteil von Marokkanern ist unübersehbar. Nach dem zollfreien Tanken und Einkaufen fahren wir zügig zur Grenze. An den Formularverkäufern fahren wir vorbei, ebenso an der spanischen Paßkontrolle, die nicht besetzt ist.
Auf Marokkanischer Seite werden wir in die Spur der sperrigen Vehikel gewunken und ich habe sofort einen Schlepper am Hals, der zu allem Überfluß auch noch fließend deutsch spricht, es ist gar nicht so leicht, ihn loszuwerden.
Von Natur aus faul, stelle ich mich an dem Schalter mit der kleinsten Schlange an. Leider ist es der Schalter für die Autoregistrierung, für die man einen bereits gestempelten Paß benötigt. Also auf zur Paßkontrolle, wo schon wieder der Schlepper nervt. Seine Beteuerungen, er sei doch offiziell und alle Dienste seien kostenlos überzeugen mich nicht. Als der zuvor noch sehr nette Polizist ihn anbrüllt, sehe ich mich endgültig bestätigt. Eine Weisheit gibt er mir aber auf dem Weg: „Junge, du bist nun in Afrika, schalt doch mal nen Gang runter!“
Beim Zoll werden wir durchgewunken, noch eine letzte Kontrolle – alle Papiere sind komplett und wir rollen nach Marokko ein. Kurz vor Tetouan lassen wir uns auf dem Campingplatz in Martil nieder.

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Am Abend räumt sich schon das erste Vorurteil aus. Wir spazieren nahezu komplett unbehelligt durch das Ortszentrum. Keine agressiven Händler. Stattdessen freundliche Gesichter.
Die Stadt Tetouan gefällt nicht besonders und nach einem Spaziergang fahren wir entlang der Küstenstraße Richtung Osten. Die bergige Küste ist sattgrün, das Wetter regnerisch. So stellen die meisten sich Nordafrika wohl wirklich nicht vor, doch bietet Marokko eine riesige landschaftliche Vielfalt und besteht nicht nur aus Sanddünen.

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Weiter geht es durch die grünen Berge nach Chefchaouen. Je weiter wir durch die Berge fahren, desto besser wird das Wetter und wir erreichen unser Etappenziel bei Sonnenschein.

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Die blaue Stadt ist hübsch inmitten von Bergen gelegen, von der Hauptstraße führt eine lange Steigung zur Stadt hinauf, vor der ich zuvor gewarnt wurde. Es war von einer verschmorenden Kupplung und dem Liegenbleiben an der Steigung die Rede. Eine Belastung war sie schon, doch zieht unser Gespann, vorbei an kriechenden Lastwagen, im 2. Gang kontinuierlich den Berg hoch.
Auf dem Campingplatz treffen Extreme aufeinander – einerseits spießige, meist französische, Senioren mit ihren riesigen, nagelneuen Campingmobilen, die sie mehr putzen als fahren. Andererseits Hippies, die sich offensichtlich in der Zeit geirrt haben und sicher nicht ohne Grund in einem Drogenanbaugebiet Urlaub machen. Sie sind allesamt mit sehr alten, heruntergekommenen Fahrzeugen unterwegs, scheinen es mit der Hygiene nicht so genau zu nehmen und haben jeder mindestens 2 Hunde dabei – oft unsagbar häßliche und ungepflegte Viecher, die wahrscheinlich einer Nordafrikanischen Müllhalde entstammen. Natürlich sind sie nicht angeleint, ständig kläfft es und man muß bei jedem Gang auf der Hut vor Tretminen sein, wenn einmal wieder zwei der Tiere aufeinander losgehen, ist das Geschrei jedesmal groß. Diese Viecher, wir sollte sie noch an anderen Orten treffen, bleiben das einzige wirkliche Ärgernis der Tour. Die Fahrzeuge geben mir ebenfalls zu denken – warum investiert jemand in ein halbes Wrack, das augenscheinlich ständig Reparaturen nötig hat, auf Autobahnen und Fähren überall als Lastwagen zählt und dazu noch ein Dieselloch ohne Boden ist? Komfortverzicht um des Verzichtens Willen hat wohl auch seinen Preis.

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Chefchaouen ist inmitten von hohen Bergen gelegen. Viele Häuser sind in der für die Stadt typischen blauen Farbe angestrichen. Das Publikum in der Stadt ist bunt gemischt – Touristen jeder Art neben Einheimischen. Auch hier bleiben wir von gefährlichen Schleppern verschont. Nach vielen Warnungen vor ebendiesen Leuten fragen wir uns bereits, ob wir wirklich in Marokko sind, oder uns vielleicht doch verfahren haben. Mit den wenigen, die einen ansprechen ergibt sich manchmal sogar ein lustiges Gespräch. Interessant ist allein schon die Warenpalette mancher Männer. Einer meint zuerst, ich solle doch in sein Restaurant kommen, dann wird ein Gästezimmer im schönsten Hotel der Stadt angeboten, da ich beides nicht möchte, erzählt er nach kurzer Zeit, daß er auch mit Autos handelt und für meinen Mercedes sicher einen guten Preis zahlen könnte. Da ich mein Auto nicht verkaufen möchte bietet er mir Haschisch von allererster Qualität an, das angeblich auch nach Amsterdam exportiert wird. Am Ende wünschen wir uns noch einen schönen Tag.

Am nächsten Tag starten wir einen Ausflug zu einem Bergpaß im Rif-Gebirge entlang der Straße Richtung Ketama. Stetig geht es bergauf, hin und wieder durchfahren wir einen Ort oder kommen an einer Polizeikontrolle vorbei. Die Landschaft ist wunderschön grün und abwechslungsreich, hinter jeder Kehre tut sich ein neues Panorama auf. Die Orte versuchen wir immer schnellstens hinter uns zu lassen, sie sind dreckig und chaotisch.
Fast jeder Bewohner der Region scheint im Drogengeschäft zu stecken. Ständig winken Leute von Straßenrand und halten die zwei „Zigarettenfinger“ an den Mund. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß all diese Männer nur eine Zigarette von mir schnorren wollen.
Später überholt uns ein Auto mit zwei Männern, die uns zum Anhalten auffordern. Als ich einfach weiter fahre, wird ein riesiger Haschklumpen aus dem Fenster gehalten und weiter gewunken. Seine Versuche mich auszubremsen sind nicht sonderlich penetrant. An einer Haltebucht gehe ich vom Gas, brause ihm dann mit Vollgas davon. Armer Kerl, muß seinen Lebensunterhalt mit Drogen verdienen und ist leider zu blöd sie zu verkaufen.
Obgleich die Situation in früheren Zeiten wesentlich unangenehmer und gefährlicher war, ist diese Gegend selbst dem Auswärtigen Amt noch einen Vermerk auf der Website wert. Anscheinend kommt es doch noch hin und wieder zu Zwischenfällen.
Auf dem Weg zur Paßhöhe kommen wir an mehreren Felsrutschen vorbei, einer davon hat eine regelrechte Schneise in ein Dorf gerissen.
Die Aussicht von der Paßhöhe ist schön, danach genießen wir die tolle Strecke noch einmal aus der anderen Richtung und lassen den Tag gemütlich im Zentrum von Chefchaouen ausklingen.

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Als wir vor der Abfahrt nach Fes noch einmal volltanken, interessiert sich jemand für den Wohnwagen. Zu gern würde er mich zur spanischen Grenze begleiten, mir einen guten Preis zahlen und ihn dann auf eigenen Namen wieder nach Marokko bringen. Leider habe ich selbst gerade erst richtig Gefallen an dem Wägelchen gefunden und schon Ideen für die weitere Verbesserung.

Französische Wohnmobilkarawane
Französische Wohnmobilkarawane

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Faul von Natur aus, haben wir uns wieder nur eine verhältnismäßig kurze Strecke vorgenommen und rollen gemütlich mit gemütlichen Stopps durch die schöne Landschaft nach Fes. Auf der Einfallstraße entdecke ich tatsächlich einen Starenkasten. Gerade denke ich daran, ordentlich Gas zu geben, nur um zu testen, ob der Strafzettel auch nach Deutschland geschickt wird, da sehe ich eine rote Kelle – „Attention à la vitesse! Soixante km … soixante dix!“ Oh, da war ich wohl schon ohne extra Gasgeben zu schnell. « Es tut mir leid, ich kann kein Wort Arabisch » Nach ein paar Sätzen auf Deutsch läßt er uns mit der erneuten Mahnung « Attention à la vitesse“ fahren. „Ja dir auch noch einen schönen Tag! Und immer schön auf die Tube drücken!“  Da haben wir noch mal Glück gehabt.
Nachdem wir eine unfreiwillige runde um die ganze Stadt gedreht haben, finden wir den schönen Campingplatz, gehen später einkaufen und kochen etwas Schönes. Für den nächsten Tag haben wir einen Führer reserviert.

Ali steht morgens pünktlich auf der Matte, spricht hervorragend Deutsch und wir fahren gemeinsam in die Stadt. Die verwinkelte Medina von Fes ist angeblich ohne ortskundige Beratung kaum zu besichtigen. An diesem Gerücht ist schon etwas dran – die belebten Sträßchen sind so eng, daß Waren auf den Schultern von Eseln und Trägern transportiert werden. Durch manche Gassen passen selbst die Eselchen nicht durch.
Wir beginnen die Tour mit einem Tee, als ich noch etwas aus dem Auto hole, knirscht es plötzlich. Ein Einheimischer hat seine Anhängerkupplung vergessen und sie in mein vorderes Nummernschild gedrückt. „I’m sorry. That was a welcome kiss“ ist der Kommentar des Fahrers, wenigstens ist nichts kaputt und Spaß ist, wenn man trotzdem lacht.
Wir machen einen schönen Spaziergang durch die Stadt. Solange der Führer in unserer Nähe ist, spricht uns von den ohnehin nicht sehr zahlreichen Schleppern kein einziger an, auch ein Vorteil. Wir sehen verschiedene Handwerke und bei der Gelegenheit die ganzen schönen Häuser auch mal von innen. Wir lassen den Tag in einem netten Restaurant mit Blick über die Medina ausklingen.

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Die Landstraße in Richtung Süden steigt stetig an. Aus erwähnter Faulheit habe ich in Fes keine Tankstelle aufgesucht. Als mir der fünfte Tankwart offenbart, daß er nur Diesel verkauft, beginne ich mir Sorgen zu machen. In dem kleinen aber feinen Ski- und Luftkurort Ifrane finden wir zum Glück eine moderne Tankstelle mit allen Sorten.
Der Ort hat etwas von einem europäischen Bergdorf, es ist kühl, blitzblank und an jeder Ecke hat es ein Restaurant oder Café.
Durch Zufall stoßen wir auf die höchste Zeder Marokkos, die in einem Naturpark steht. Spannender sind allerdings die zahlreichen Affen, die sich über kleine Leckerbissen freuen und es sich auf Auto und Wohnwagen bequem machen. In den Bergen liegt noch Schnee, die Skisaison ist aber offensichtlich schon vorbei. An manchen Stellen schwappt etwas Tauwasser auf die Straße. In einem Ort hält uns eine Polizeikontrolle an. Wir werden gefragt, ob wir an einer Rallye teilnehmen. Will der Dorfsherriff uns verschaukeln und gleich Geld wegen zu schnellen Fahrens kassieren? Nein! Kurz darauf überholen uns einige Autos, die tatsächlich Rallyeaufschrift tragen.

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Die Landschaft wird zunehmend trostloser, brauner Stein bestimmt das Bild, Orte werden seltener. In Midelt fahren wir den Campingplatz an. Dieser wird gerade saniert und die Badehäuschen sind noch nicht fertig. Dafür ist er billig und der Platzwart sehr nett und engagiert – nachts schleicht er auf dem Platz herum und paßt auf.

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Die Fahrt nach Erg Chebbi ist eine Sackgasse, fährt man die neue Asphaltstraße weiter, stößt man nach wenige Kilometer weiter auf die algerische Grenze, die leider schon seit Jahren geschlossen ist. Es bleibt nur zu hoffen, daß dieses Land, von dem viele schwärmen, einmal schrankenlos zu bereisen sein wird.
Die Straße führt entlang eines grünen Flußtals, das sich wie eine unendlich lange Oase durch die Wüste zieht. Da dies mittlerweile auch eine beliebte Touristenstrecke ist, gibt es hier auch einige, die es auf Touristen abgesehen haben. Am lustigsten waren die Männer, die sich ein blaues Gewand überwerfen sobald ein Tourist des Weges kommt um sich damit als echte Wüstensöhne auszugeben. Ihre Begrüßungsphrasen wie „Hello friend! Speak Berber?“ Sind ebenso unterhaltsam wie das hastige überwerfen ihrer Verkleidung.Auch an den Tankstellen wird man in dieser Gegend meist angesprochen. Meist werden überteuerte Versteinerungen oder Dienste als Führer angeboten.
Das Geschäft mit den inoffiziellen Führern scheint in Marokko immer noch zu blühen, obgleich es von der Polizei verfolgt wird. Wir kommen an einigen übermalten Straßenschildern vorbei, bei anderen fehlt das französischsprachige Schild ganz. Wir finden unseren Weg trotzdem, nicht zuletzt, da manche Schilder durch das Graffiti noch deutlicher werden, denn der unkenntlich gemachte Ort muß ja touristisch interessant sein, sonst wäre er kaum durchgestrichen. So kann man es sich schon denken, wo man langfahren soll.

Die letzten Kilometer zu den weltberühmten Sanddünen führen über eine Piste, die von den Betreibern der Logements idiotensicher markiert wurde. Das Auto rattert über das Wellblech, der Hänger schleudert und schwankt hinterher.
Den Abend verbringen wir entspannt in den Dünen und bleiben, bis es uns zu kalt wird. Außer uns sind noch einige Touris mit dem Taxi angereist. Auf die Teilnahme an der Kamelsafari mit Folklore und Lagerfeuer in der Wüste verzichten wir gern. Obgleich die Herberge mit ihrer Campingmöglichkeit im Innenhof eigentlich sehr schön ist, verderben die Betreiber alles. Das Bad wurde schon seit längerer Zeit nicht geputzt, die Toilette ist unbeleuchtet, sodaß viele Leute Zielprobleme hatten. Das Personal sitzt herum und gafft nach den europäischen Frauen. Nepp, schlimmer als in Ägypten – nichts wie weg! Am nächsten Morgen rattern sich die Diesel der alten Mercedes Taxen über eine Stunde lang warm. Wenigstens verschlafen wir deshalb nicht.

Für die Weiterfahrt nehmen wir eine Verbindungsstrecke mitten durch die Wüste. In unserem Reiseführer wird vor Schlaglöchern, Sandverwehungen und Flußdurchfahrten gewarnt. Die Straße ist jedoch überraschend gut und die Furten leer. Für die nächsten Stunden kommt etwas Wüstenfeeling für Anfänger auf. Während Stefanie sich über die eintönige Landschaft beschwert, sprudle ich vor Begeisterung.
In der Dadesschlucht finden wir einen kleinen Campingplatz mit interessanter Lage. Vom Wohnwagen aus hat man blick auf den Affenfußfelsen und eine Aussichtsplattform, auf der annähernd alle Ausflügler halten. Das Gewühle der meist eilig durchgeschleusten Pauschaltouristen ist ein bißchen wie Kino.

Am nächsten Tag starten wir in aller Ruhe eine Tour durch die Schlucht. Wie weit wir kommen ist ungewiß, doch selbst die ersten Kilometer sind absolut sehenswert. An einer Stelle ist die Straße überspült. Wir sind ratlos, ob wir eine Durchfahrt riskieren sollen. Eine französische Reisegruppe und ein holländischer Radfahrer kommen des Wegs. Der Holländer verliert bei der Durchfahrt eine Tasche, die Franzosen pfeifen und fotografieren. Ehe der arme Kerl seine Ausrüstung verliert, ziehe ich mir die Schuhe aus und renne ins Wasser. Wahrscheinlich wird die Aktion bald in einigen französischen Wohnzimmern zu sehen sein. Da ich nicht einmal bis zu Knie im Wasser stehe, traue ich dem Auto die Durchfahrt nun durchaus zu. Die Luft wird oberhalb der Stoßstange angesaugt, die Türgummis sollten das Wasser zurückhalten, solange ich nicht im Wasser anhalte. Die Durchfahrt klappt hervorragend, nur einer der schaulustigen Franzosen geht nicht schnell genug zur Seite und bekommt eine Ganzkörperdusche.
Die weitere Strecke ist wesentlich einsamer, an vielen Stellen ist die Straße beschädigt, manchmal nur sehr schmal oder im Zickzack zu befahren. Die Aussichten sind so schön, daß man eigentlich mehrmals hin und her fahren könnte. An einer Ecke bietet ein Mann mit seinem Sohn Versteinerungen an, an denen noch Erde klebt. Wahrscheinlich hat er sie wirklich selbst gesammelt. Nach den Geschäftlichen bittet er noch um Trinkwasser.
Am Ende der Asphaltstraße hinter einem Dorf kehren wir um und verbringen den Rest des Tages im Ort.

Zwischen uns und Marrakech liegt der hohe Atlas, genauer gesagt, der Tizni-n-Test, einer der höchsten Pässe und gleichzeitig eine der Hauptsehenswürdigkeiten für den Normaltouristen. Eine schmale Serpentinenstraße schlängelt sich von der kargen Ebene auf eine Höhe von über 2000 Meter. Vor der Auffahrt ist noch eine Schneebarriere, denn die Straße ist im Winter oft völlig verschneit und geschlossen. Zusehends wird es grüner und kälter. Wir genießen die Aussicht, während uns einige Land Rover mit Touristen an Bord überholen. Wie die wahnsinnigen heizen die Fahrer um die Kurven, der oft gehörte Ratschlag, ein einheimischer Fahrer sei sicherer, klingt hier regelrecht satirisch.
Während sich die Wohnmobile ziemlich quälen, kommen wir mit unserem angeblich für Marokko ungeeigneten Vehikel stetig den Berg hoch und erreichen schließlich die Paßhöhe, wo wir uns an 4° und Schneeregen erfreuen können. Ein kurzes Foto ist drin, da ist die Ruhe auch schon durch die zahlreichen Händler gestört. Fast jeder in dieser Gegend scheint mit garantiert echten Edelsteinen zu handeln. Mutter Natur hat dieses Steinen die perfekte Form und Größe für den Verkauf an dieser Straße gegeben. Plasteglanz inklusive.
An einer Kehre steht ein einheimischer Mercedes mit offener Motorhaube, der Fahrer winkt uns zu, um dann weiter mit einem Händler zu palavern. Eigentlich hätte man sich mal den Spaß machen können, und sich auf diesen billigen Trick einlassen können, doch wir sind mit dem Begaffen der Landschaft schon gut ausgelastet.
Unten angekommen sieht es ganz anders aus als auf der Südseite. Alles ist grün, es scheint wesentlich mehr Menschen zu geben und mit fast 30° haben wir es wieder vergleichsweise warm.
Der Weg zum Campingplatz ist eigentlich sehr leicht zu finden, doch führt Edith Kohlbachs Beschreibung uns hier ziemlich in die Irre.

Marrakech ist eine pulsierende, für Marokko moderne Stadt. Die Einkaufszentren hier stellen die meisten deutschen Märkte glatt in den Schatten. Wir vermissen einzig gute Wurst- und Käsewaren, doch gibt es genug andere schöne Sachen, wie zum Beispiel Oliven als Kiloware, statt in winzigen Schälchen, wie zu Hause.
Die Stadt ist zwar schön und der große Gauklerplatz im Zentrum ein echtes Erlebnis, doch können wir den Hype, der um diesen Ort gemacht wird, nicht recht verstehen. Die meistbesuchte Stadt Marokkos – ob es am Mythos vergangener Tage oder an der entspannten Atmosphäre liegt? Auf jeden Fall ein guter Ort um Zeit zu verbringen und zu entspannen. Die Rückreise wird anstrengend.

Von Marrakech nehmen wir die gähnend leere Autobahn Richtung Norden. Die Gebühr schmeckt zwar nicht, doch ist der schöne Asphalt einfach eine Wohltat. Vorbei an Casablanca und Rabat fahren wir die längste Etappe innerhalb Marokkos bis zum Übernachtungsplatz bei Larache. Das Besondere an diesem Platz ist, daß er nichts kostet. Er wurde von einer Fährgesellschaft für Reisende eingerichtet. Der Ort ist etwas chaotisch und gleicht einer riesigen Baustelle. Wir verbringen den Abend lieber bei Kerzenschein im Wohnwagen.

Am nächsten Morgen spricht mich unser Nachbar an, der sich als Mann aus „Oberpfalz, Bayern“ vorstellt. Kaum hat er seine Freude darüber ausgedrückt, endlich einmal wieder deutsch sprechen zu können (es standen außerdem ja nur 5 oder 6 deutsche Camper auf dem Hof!) fängt er auch schon typisch nordbayerisch an, sich zu beschweren. Der Aufenthalt war „furchbar“ es war so kalt und auch sonst hat es ihm gar nicht gefallen. Wir fahren weiter und genießen an der Promenade von Asilah den strahlenden Sonnenschein, schlendern durch den Ort und lachen über den Bayern, der jetzt wahrscheinlich weint weil ihm zu warm ist. Die nördliche Küstengegend ist offensichtlich spanisch geprägt, auch die spanische Sprache weiter verbreitet als die französische. Dies liegt wohl an den vielen spanischen Ausflüglern, aber wohl auch daran, daß die Gegend früher spanisches Protektorat war.

In Tanger beziehen wir einen Campingplatz, der alle negativ Rekorde der Reise aufstellt.
Die Stadt selbst überrascht, vom chaotischen Verkehr mal abgesehen, positiv. Ich hatte sie von einem Tagesausflug als dreckig, uninteressant und voller nervender Händler und Schlepper in Erinnerung. Dies alles hat sich sehr zum positiven verändert, selbst am Hafen hat man weitestgehend seine Ruhe vor Grenzhelfern und Ticketverkäufern. Es gibt eine schöne Promenade, wo wir uns erstmal einen riesigen Berg Fisch servieren lassen, und eine vergleichsweise gepflegte Altstadt. Während wir am Hafen sitzen, rollen deutsche Lastwagen von der Fähre. Weit kann die Heimat also nicht sein.
Aber Moment! Als eine Gruppe Ausflügler des Weges kommt, kommen auch die Händler wieder aus ihren Löchern.

Auf dem Weg nach Ceuta zuckeln wir die Küstenstraße mit Blick auf Europa entlang. Kurz vor der Grenze kann man den Zaun sehen, den Spanien zum Schutz vor Flüchtlingen gebaut hat. Der Druck auf den kleinen spanischen Zipfel ist enorm. Als ich die Grenzschlepper zu ende ignoriert habe, steige ich aus und erledige den Papierkram, was wieder sehr zügig geht. Vom Zoll werden Auto und Wohni noch nach Hohlräumen abgeklopft. In Ceuta fahren wir natülich tanken und begeben uns zügig zum Hafen, die nächste Fähre steht schon bereit. Noch eine Personenkontrolle und ein Drogenhund, den ich zu meiner größten Erleichterung nicht in den Wohnwagen lassen muß, schon stehen wir auf der Fähre nach Europa.
Bei der Abfahrt von der Fähre geht ein junger Marokkaner mit französischem Auto auf Kollisionskurs. Ich hupe, er lehnt sich aus dem Fenster und beschimpft mich so laut, daß ich ihn durch die geschlossene Scheibe noch gut verstehen kann. Wie oft habe ich und haben mich in Marokko Leute angehupt, keiner regte sich auch nur eine Sekunde darüber auf. Es schien ein ganz normales Positionssignal zu sein. Aber wir sind zurück in Europa, da muß man wohl schimpfen, wo man nur kann, besonders als arabischer Angry-Young-Man.

Im Einkaufszentrum von Algeciras tummeln sich wieder viele Marokkofahrer. Nach dem Mittagessen und einer kleinen Schlafpause, nehmen wir die Heimfahrt in Angriff, eine gute Stunde später trete ich den Benz die andalusischen Berge hinauf, mehr als 60km/h sind nicht möglich. Der folgende Verkehr drängelt. Für Europa scheint mein Auto zu schwach zu sein.
Zwischen Frankreich und Spanien machen wir noch eine Abstecher nach Andorra, ein Land wie ein riesiger Supermarkt. Auf den verschneiten Pyrenäenstraßen mögen wir nicht einmal aussteigen – auf die europäische Kälte hatten wir uns nicht gefreut.
Auf der schönen französischen A75 gibt es noch einen Zwischenfall: Die vordere Scheibe vom Wohnwagen wurde vom Fahrtwind aus dem Rahmen gedrückt. Ich klebe sie mit Panzertape wieder fest und die Konstruktion hält die restliche Rückfahrt aus.
Zwei kühle Nächte später erreichen wir spät nachts Nürnberg, bekommen von Christian gleich einen Bäcker gezeigt und ein Bier hingestellt und fahren erst am Nächsten Abend weiter. Zwischendurch gibt es noch einen Kaffee bei bayreuther Freunden, bevor wir wieder zu Hause sind.

 

Praktisches:

Anhänger:

Entgegen aller Bedenken wurde die Fahrt mit dem Wohnwagen in Marokko erst richtig angenehm. Der Verkehr fließt insgesamt langsamer als in Europa und dem Fahrzeug wird nur an den Bergpässen einiges abverlangt. Wir waren immer noch deutlich schneller als viele Lastwagen und überholten diese oft auch bergauf.

Anreise:

Die Strecke von Dresden zum Fährhafen Algeciras ist ca. 3000km lang. In Frankreich und Spanien fallen pro Strecke ca. 100€ Mautgebühren an, wenn man die Autobahnen benutzt.
Es ist jedoch mit etwas Geduld problemlos möglich, diese über kostenlose Land- und Schnellstraßen zu umfahren. Kostenpflichtige Streckenabschnitte sind im Regelfall deutlich ausgeschildert.
Die französische A75 ist komplett kostenlos.
In Spanien kann man fast durchgehend auf den staatlich finanzierten kostenlosen Autovias fahren.
Lediglich in Südfrankreich und um Barcelona sahen wir keine sinnvolle Alternative zu den kostenpflichtigen Autobahnen.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es reichlich am Wegesrand. Besonders gut geeignet sind die hervorragenden Rasthöfe an den Autobahnen, doch auch sonst finden sich genug Parkplätze – zum Beispiel Truck Stops.
An den Rasthöfen gibt es meist ganz ordentliche Sanitäranlagen mit Duschen, Shop und Restaurant.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich bereits in Frankreich oder Italien einzuschiffen. Ob dies dem Landweg vorzuziehen ist, muß jeder selbst wissen.

Camping:

Campingplätze gibt es fast überall. Deren Zustand variiert stark.
Wildes Übernachten bietet sich wohl nur in abgelegenen Gegenden an, da die Plätze nicht teuer sind.

Einkaufen:

Dorfläden gibt es in jedem Ort, manchmal muß man sie etwas suchen.
Auf Märkten gibt es frisches, günstiges Obst und Gemüse.
In größeren Städten gibt es riesige Supermärkte, in denen es wirklich alles gibt. Sie sind etwas teurer als der Basar, dafür sehr sauber, komfortabel und freundlich.
Importwaren sind deutlich teurer als in Europa.

Einreise:

Es genügt der Reisepaß sowie nationaler Führerschein und nationale Fahrzeugpapiere. Ein Carnet ist nicht erforderlich.
Reist man mit einem auf eine andere Person zugelassenen Auto, ist eine Vollmacht erforderlich. Sie wurde bei der Einreise verlangt, das vom ADAC ausgefüllte und gestempelte Formular anstandslos akzeptiert.
An der Grenze wird man in eine Spur gewiesen. Für die Erledigung der Formalitäten muß man aussteigen.
Auf dem Abfertigungsgelände treiben sich Männer rum, die Formulare verkaufen oder bei den Formalitäten helfen wollen. Auf deren Dienste ist man definitiv nicht angewiesen. Wenn man die Formulare nicht bereits hat, zum Beispiel aus dem Ticketbüro, gibt es diese kostenlos bei den Grenzbeamten. Auch die Abfertigung ist kostenlos.
Zuerst muß einer mit den Reisepässen zur Paßkontrolle gehen, es genügt, wenn einer alle Pässe hinträgt.
Man bekommt einen Einreisestempel und eine Identifikationsnummer in den Paß. Die Nummer muß gut leserlich sein. Man braucht sie unter anderem bei der Übernachtung.
Danach kann man zum KFZ Schalter gehen und das Fahrzeug registrieren lassen. Das Formular kann man Online ausfüllen.

http://www.douane.gov.ma/Edouane/DMCV/AT/Formulaire_AT.asp

Es sind drei Exemplare notwendig. Je eines wird bei der Ein- und Ausreise einbehalten, das dritte ist die Quittung für den Fahrer.
Hat man das Fahrzeug angemeldet, darf man das Land nur damit wieder verlassen. Das Fahrzeug muß in Sichtweite vom Abfertigungshäuschen stehen, da der Beamte es sehen will!
Es folgt noch eine Zoll- und eine Personenkontrolle

Guides:

Oft wird man von Leuten angesprochen, die einem weismachen wollen, wie gefährlich Marokko doch ist und daß man ohne sie nicht zurechtkommen wird. Oft sprechen sie sogar deutsch. Man kommt ganz gut ohne diese Leute klar.
Wenn man eine geführte Tour machen möchte, sollte man sich auf dem Campingplatz oder an der Touri-Info nach einen offiziellen Führer erkundigen. In Geschäfte wird man jedoch auch von den offiziellen geführt.

Ein Besuch in einem Teppich- oder Handwerksgeschäft muß keine schlechte Sache sein. Man bekommt die Handwerkskunst erklärt und schöne Stücke vorgeführt. Außerdem sieht man die schönen Häuser so auch einmal von innen.
Wenig durchsetzungskräftigen Leuten könnte das herauskommen aus diesen Läden etwas schwer fallen, denn die Verkäufer sind perfekte small-talker und ignorieren es gern mal, daß man eigentlich nichts kaufen möchte. Ausreden wie „Ich habe kein Bargeld“ zählen nicht – schließlich kann man auch mit Karte oder später auf dem Campingplatz bezahlen. Besser man sagt, daß man erst Mutti in Deutschland anrufen möchte und die nächsten Tage wiederkommt.

Klima:

Man sollte sich nicht zu sehr auf den Wetterbericht verlassen, denn das Klima ist regional sehr unterschiedlich. Während in Marrakech 30° und Sonnenschein herrschen, kann in den Bergen Schnee liegen

Navi/GPS:

Wegen der guten Beschilderung ist ein Navi nicht unbedingt nötig. Es zeigt jedoch gebührenfreie Strecken vor und man erkennt die Kreisverkehre in Frankreich und Spanien schon rechtzeitig vorher auf dem Display, kann vom Gas gehen und braucht nicht kurz vorher zu bremsen.
Auf marokkos Straßen ist ein GPS definitiv nicht nötig, es wäre schon eher in den verwinkelten Altstädten eine Hilfe. Navi Software für Marokko gibt es meines Wissens nach nicht.

Polizei:

Es gibt sowohl in der Stadt, alsauch auf Landstraßen viele Polizeikontrollen. Meist wird man durchgewunken, manchmal werden ein paar Fragen gestellt oder das Kennzeichen notiert.
Es gibt auch öfter Geschwindigkeitskontrollen oder Polizeiposten an besonders interessanten Orten, wie Überholverbotszonen. Die Standardstrafe für Verstöße beträgt ca. 40€.
Dieser entgingen wir, da wir mit den Beamten konsequent nur Deutsch und Englisch auf allerunterstem Niveau redeten. So wurden wir wohl lästig und durften weiterfahren.

Schiffchen:

Die Linie Algeciras-Ceuta wird täglich mehrfach bedient. Wenn man bei der Ankunft im Hafen bereits ein Ticket hat, kann man sofort zu den Abfertigungsschaltern durchfahren und kann sich in die Warteschlange einreihen. Reservierungen für eine bestimmte Fähre gibt es nicht.
Von dem Kauf in Deutschland oder im Internet wird abgeraten. Nicht nur weil die Preise erheblich höher sind als vor Ort, sondern weil es auch schon Fälle gegeben haben soll, daß ein in Deutschland ausgestelltes Ticket im Hafen nicht akzeptiert wurde.

Unter Campern hat sich dieses Büro einen Namen gemacht:

www.viajesnormandie.net (mit Wegbeschreibung)

Auf den umliegenden Supermarktparkplätzen ist ausreichend Platz zum Übernachten.
Ansonsten gibt es an fast jedem Rasthof der Gegend kleine Ticketschalter.

Sicherheit:

Sicherheitsbedenken hatten wir vor der Reise reichlich, fühlten uns jedoch die ganze Zeit sehr sicher. Die üblichen Vorkehrungen gegen Diebstahl sind sicher sinnvoll.
In den Städten gibt es fast überall bewachte Parkplätze. Manchmal wird nur ein Trinkgeld erwartet, manchmal gibt es eine Preisliste – dann bekommt man im Regelfall eine Quittung.
Viele Touristen scheinen eine regelrechte Panik vor fliegenden Händlern, Schleppern und werbenden Restaurant- und Ladenbesitzern zu haben. Auch wenn es einige Nervensägen gibt, geben die meisten schnell auf, wenn man nicht auf ihre Angebote eingeht.
Meist hilft einfaches weitergehen – die meisten Marokkaner scheinen es ebenfalls so zu halten. Schon ein rätselhafter Gesichtsausdruck verunsichert die meisten Schlepper. Manchmal ist eine Unterhaltung mit ihnen auch ganz unterhaltsam, denn erst so erfährt man ihr ganzes, oft wirklich umfangreiches, Angebotsspektrum.
Daß man sich zu nichts Ungewolltem drängen läßt versteht sich von selbst.

Sprache:

Landessprache ist Arabisch. Englisch und sogar Deutsch werden oft dort verstanden, wo Touristen verkehren.
Französisch ist Zweitsprache und fast jeder spricht es. Insbesondere im Norden ist auch Spanisch sehr verbreitet.

Straßenzustand:

Selbst kleinere Orte in Marokko haben im Regelfall Anschluß an das Netz der asphaltierten Straßen. Diese sind meist in gutem Zustand und mit einem normalen PKW gut befahrbar.
Vorsicht ist dennoch geboten, denn Hinweisschilder auf Straßenschäden stehen meist nur dort, wo sie eigentlich überflüssig sind. Die wirklich gefährlichen Löcher treten unvermittelt auf und können leicht 10cm tief sein und sich über die ganze Fahrbahn erstrecken.
Es ist Sinnvoll, nicht zu schnell zu fahren.

Tanken:

Diesel ist wohl der am meisten verbreitete Kraftstoff.
Super bleifrei (Supercarburant sans plomb) war zwar flächendeckend, jedoch nicht an jeder Tankstelle erhältlich.
Ein Reservekanister ist von Vorteil.
In den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla kann man sehr preiswerten steuerfreien Kraftstoff tanken. Auch auf dem spanischen Festland sowie in Andorra waren die Kraftstoffe deutlich preiswerter als in Frankreich und Marokko.

Autogas gibt es in Frankreich oft. In Spanien und Marokko scheint es unbekannt zu sein.